Handwerk

Berufsunfähigkeitsversicherung Friseur: Beitrag 135–187 € und Hautklausel

Ein Versicherer-Ratgeber führt Friseure als mittleres Risiko – die Online-Rechner lagen dennoch zwischen 134,78 € und 186,62 €. Wir zeigen, wie sich Ratgeberstufe und Rechnerpreise zueinander verhalten, was die Hände im Salon bedeuten und was bei Selbstständigkeit zu beachten ist. Wer täglich stundenlang steht, braucht die BU – früh abgeschlossen, bleibt sie günstig.

Redaktion BU-Berufsgruppe.de Aktualisiert am 25. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Inhalt (9 Abschnitte)
  1. Stehen, Föhnen, Färben: Was prägt die BU im Friseursalon?
  2. Mittleres Risiko im Ratgeber – und ein Median von 164,77 €: Wie geht das zusammen?
  3. Was kostet die BU für Friseure?
  4. Warum der Beruf Friseur öfter auf Rückfragen zur Haut trifft
  5. Angestellt, Stuhlmieter, Salonbesitzer, mobil: Wer wie arbeitet
  6. Welche Klauseln zählen beim Friseur?
  7. Vom Gesellen zur Salonleitung: Karrierewege
  8. So sichern Friseure sich günstig und gut ab
  9. Nächste Schritte
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) zahlte ein Friseur zwischen 134,78 € und 186,62 € pro Monat, Median 164,77 € (vier Tarife, Endalter 66/67).
  • Ein Versicherer-Ratgeber nennt Friseure als Beispiel für ein mittleres Risiko (abgerufen 24.10.2026); in unserer Näherungsskala liegt der Beruf bei Klasse 3.
  • Hautbelastung ist der Klassiker im Friseurhandwerk: Die Berufskrankheitenliste nennt schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen (Nr. 5101) als Rechtsbezug; Versicherer kennen Hautklauseln.
  • Der Friseur ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A HwO, Nr. 38); wer einen Stuhl im Salon mietet, ist in der Regel selbstständig.
  • Meister, Salonleitung oder eigener Salon verändern Tätigkeit, Einkommen und die BU-Fragen (Umorganisation).

Friseure zahlten für die Berufsunfähigkeitsversicherung im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) zwischen 134,78 € und 186,62 € pro Monat, der Median lag bei 164,77 €. Ein Versicherer-Ratgeber nennt Friseure ein mittleres Risiko; unsere Näherungsskala ordnet den Beruf bei Klasse 3 ein. Hautklauseln sind ein typisches Thema im Handwerk. Stand: Oktober 2026.

Stehen, Föhnen, Färben: Was prägt die BU im Friseursalon?

Friseure schneiden, färben, legen Dauerwellen, föhnen und frisieren – im Stehen, mit erhobenen Armen, oft acht bis zehn Stunden am Tag. Die Hände sind ständig im Einsatz: Feuchtarbeit beim Haarewaschen, Kontakt mit Färbe- und Dauerwellmitteln, Handschuhe, die wieder ausgezogen werden müssen. Schultern, Nacken, Rücken und Füße tragen die Belastung. Dazu kommen Kundenkontakt, Termindruck und Verkauf von Pflegeprodukten. Samstags wird gearbeitet; die Pausen sind kurz.

Das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig (Handwerksordnung, Anlage A, Nr. 38). Im Ernstfall wird der zuletzt ausgeübte Beruf zugrunde gelegt, wie er vor der Erkrankung tatsächlich aussah (§ 172 Abs. 2 VVG). Bei einem Friseur sind das nicht allein die Haarschnitte, sondern auch Feuchtarbeit, Chemikalien und Stehen. Kann ein Friseur diese Arbeit zu mindestens 50 % nicht mehr leisten, ist das nach üblichen Bedingungen ein Leistungsfall. Die 50 % sind Vertragsinhalt, keine gesetzliche Vorgabe. Ohne Verzicht auf die abstrakte Verweisung könnte der Versicherer auf einen anderen Beruf wie Verkäufer verweisen (§ 172 Abs. 3 VVG).

Die Berufskrankheitenliste kennt „schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen“ (Nr. 5101) und durch allergisierende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (Nr. 4301). Als Rechtsgrundlage dient hier die gesetzliche Unfallversicherung. Belastbare aktuelle Zahlen, wie häufig Hautprobleme im Friseurhandwerk gemeldet werden, haben wir nicht verifiziert; wir übernehmen deshalb keine Prozentwerte.

Mittleres Risiko im Ratgeber – und ein Median von 164,77 €: Wie geht das zusammen?

Ein Versicherer-Ratgeber führt drei Stufen: niedrig, mittel, hoch. Friseure stehen dort bei „mittel“, zusammen mit Verkäufern, Erziehern und Bürokaufleuten. Unsere anonymisierte Erhebung über drei Online-Rechner zeigt ein anderes Bild: Schon der günstigste abgefragte Tarif lag bei 134,78 €, der Median bei 164,77 € – und damit auf dem Niveau anderer körperlich arbeitender Handwerksberufe wie Tischler (Median 152,57 €) oder Konditor (Median 158,32 €). Ratgeberstufen und Rechnerpreise sind zwei verschiedene Datenpunkte; wie sie zusammenhängen, legen die Anbieter nicht offen. Ein „mittleres Risiko“ im Ratgeber bedeutet also nicht automatisch einen Beitrag auf Büroniveau – ein Bürokaufmann lag im Median bei 75,48 €. Für Sie heißt das: Verlassen Sie sich nicht auf eine Stufe allein, sondern fragen Sie einen Experten, der mehrere Anbieter einholt. Unsere Näherungsskala (keine Originalstufe) setzt Friseure bei 3.

Was kostet die BU für Friseure?

BU-Zahlbeitrag pro Monat für Friseure nach Profil, jeweils Nichtraucher, monatliche Zahlung, ohne Dynamik. Eigene Erhebung über die Online-Rechner dreier Anbieter (Allianz, CosmosDirekt, LV 1871; Werte nicht namentlich zugeordnet), Abruf 24./25.10.2026; Zahlbeiträge netto, unverbindlich, kein Angebot und keine Bewertung. Median über die abgefragten Tarife. Endalter 67, bei einem Anbieter online nur 66. Stand: Oktober 2026.
ProfilGünstigster ZahlbeitragMedianHöchster ZahlbeitragAbgefragte Tarife
30 Jahre, 1.500 €134,78 €164,77 €186,62 €4

Die Spanne reicht von 134,78 € bis 186,62 €, der Median liegt bei 164,77 €; der höchste Wert ist das 1,4-Fache des niedrigsten. Ein Rechner wies zusätzlich einen Bruttobeitrag aus, der weit über dem Zahlbeitrag lag – der Zahlbeitrag ist nicht festgeschrieben und kann steigen. Alle drei Rechner boten Endalter 66 oder 67 an; die Zahlen sind damit vergleichbar. Wir haben für Friseure nur das Standardprofil gemessen. Nach der Näherung aus 30 Messpaaren anderer Berufe: Mit 25 Jahren etwa das 0,90-Fache (rund 121 € bis 168 €), mit 40 Jahren das 1,24-Fache (rund 167 € bis 231 €), mit 1.000 € Rente das 0,67-Fache (rund 90 € bis 125 €). Das ist eine Rechnung auf Messwerten, kein Angebot. Eigene Eingaben im Berufsgruppen-Finder; Einzelwerte auf BU-Beiträge nach Beruf.

Warum der Beruf Friseur öfter auf Rückfragen zur Haut trifft

In der Risikoprüfung fragen Versicherer typischerweise nach Beschwerden und Behandlungen der letzten Jahre, auch im Bereich der Haut. Bei Friseuren sind Hauterkrankungen ein bekanntes Berufsthema; deshalb kennen Anbieter Hautklauseln, die Leistungen wegen Hautkrankheiten ausschließen oder begrenzen können. Wir stellen Ihnen hier keine Gesundheitsfragen. Wichtig ist der Ablauf: Wer in der Vergangenheit Hautprobleme hatte, sollte vor einem Antrag anonym anfragen lassen, damit kein Ablehnungsvermerk entsteht. Was ein Ausschluss bedeutet und wann ein Zuschlag möglich ist, klärt ein Experte im Angebotsvergleich. Je früher Sie abschließen, desto mehr Spielraum haben Sie.

Angestellt, Stuhlmieter, Salonbesitzer, mobil: Wer wie arbeitet

Im Friseurhandwerk gibt es viele Formen der Beschäftigung. Angestellte Friseure arbeiten nach Tarif oder Vereinbarung, mit festem Gehalt und Urlaubsanspruch. Wer einen Stuhl im Salon mietet, trägt unternehmerisches Risiko, rechnet selbst ab und ist in der Regel selbstständig. Salonbesitzer führen Personal, kaufen ein und buchen. Mobile Friseure besuchen Kunden zu Hause oder in Pflegeheimen. Jede dieser Formen verändert die BU-Frage: Als Angestellter orientiert sich die Rente am Nettogehalt; als Selbstständiger am Gewinn, und die Umorganisationsklausel entscheidet mit, ob der Versicherer verlangen darf, dass Sie Ihren Salon umbauen, statt Rente zu zahlen. Wer wechselt, sollte den Vertrag vorher prüfen lassen. Wer im Grenzbereich zwischen Angestelltem und Selbstständigem arbeitet, klärt den Status gegenüber Rentenversicherung und Finanzamt, weil davon auch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente abhängt.

Welche Klauseln zählen beim Friseur?

Verzicht auf abstrakte Verweisung: Kann ein Friseur nicht mehr im Salon arbeiten, aber noch verkaufen oder beraten, schützt nur der Verzicht.

Berufsbezeichnung: Friseur, Barbier und Hundefriseur sind in den Rechnern nicht überall als eigene Berufe aufgeführt; wählen Sie die zutreffende Bezeichnung und beschreiben Sie Ihre Tätigkeit im Antrag.

Selbstständigkeit und Stuhlmiete: Wer einen Stuhl im Salon mietet, ist in der Regel selbstständig; dann gilt die Umorganisationsklausel, und die Rente richtet sich nach dem Gewinn.

Vom Gesellen zur Salonleitung: Karrierewege

Typische Schritte: Geselle, Stylist, Salonleitung, Friseurmeister, eigener Salon, Ausbilder oder Dozent. Mit der Salonleitung kommen Personalführung, Einkauf und Büro dazu; ob das die Berufsgruppe beeinflusst, hängt vom Vertrag ab. Heirat, Kind oder Immobilienkauf sind in vielen Verträgen Anlässe für eine Nachversicherung ohne neue Gesundheitsfragen. Auch in der Ausbildung ist der Einstieg möglich – je jünger, desto einfacher und günstiger. Mehr zu den Stellschrauben der Einstufung: Büroanteil, Führungsverantwortung, Meister.

So sichern Friseure sich günstig und gut ab

Der Experte vergleicht zuerst die Anbieter und wählt mit Ihnen die passende Rente; die Nachversicherung sorgt dafür, dass der Schutz mit dem Einkommen wächst. Der Berufswechsel-Beitragsvergleich zeigt in Euro, was ein Wechsel in ein verwandtes Feld bedeuten würde. Die durchschnittliche neue Erwerbsminderungsrente betrug 2024 rund 1.041 € und setzt unter anderem drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren sowie grundsätzlich fünf Jahre Wartezeit voraus (§§ 43, 50 SGB VI) – ein klarer Grund, die Lücke privat zu schließen. Überblick: BU bei körperlicher Arbeit.

Nächste Schritte

Je früher Sie als Friseur absichern, desto günstiger und einfacher wird es: Starten Sie den kostenlosen Berufs-Check, Ihr Ergebnis kommt per E-Mail. Zum Vergleich: die Seiten zu Kosmetikerin und Konditor sowie der Handwerk-Hub.

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  • So stufen Versicherer Berufe ein
  • Klauseln nach Berufsgruppe
  • Checkliste Berufsangabe im Antrag

Häufige Fragen

Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Friseure?

Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) lagen die Zahlbeiträge zwischen 134,78 € und 186,62 €, Median 164,77 € (vier Tarife, Endalter 66/67). Eigene Erhebung über drei Online-Rechner, Abruf 24./25.10.2026; Zahlbeiträge netto, unverbindlich.

Welche Berufsgruppe hat ein Friseur?

Allianz nennt Friseure als Beispiel für ein mittleres Risiko. Unsere Näherungsskala (keine Versicherer-Originalstufe) setzt den Beruf bei 3. Wie sich Ratgeberstufen und Rechnerpreise zueinander verhalten, lässt sich von außen nicht prüfen.

Was ist eine Hautklausel in der BU?

Eine Vereinbarung, nach der Leistungen wegen Hauterkrankungen ganz oder teilweise ausgeschlossen werden können. Im Friseurhandwerk ist sie ein typisches Thema. Ob es sie in Ihrem Fall gibt, entscheidet der Versicherer nach Ihren Angaben; eine anonyme Risikovoranfrage klärt das vorab.

Brauche ich als selbstständiger Friseur eine andere BU?

Oft zusätzlich die Umorganisationsklausel, und Sie müssen Rente und Gewinn zueinander ins Verhältnis setzen. Wer einen Stuhl mietet oder einen Salon führt, lässt die Details von einem Experten aus unserem Partnernetzwerk prüfen.

Wie bekomme ich als Friseur eine günstige BU?

Früh abschließen, solange die Haut beschwerdefrei ist, die Rente bewusst wählen und Anbieter vergleichen. Zwischen günstigstem und höchstem abgefragtem Tarif lag der Faktor 1,4; die Tarife sind nicht gleichwertig, ein Experte prüft die Bedingungen.

Quellen

  1. Allianz: Berufsgruppen in der Berufsunfähigkeitsversicherung – abgerufen 24.10.2026
  2. Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke) – abgerufen 25.10.2026
  3. Berufskrankheiten-Verordnung, Anlage 1 (Liste der Berufskrankheiten) – abgerufen 25.10.2026
  4. § 172 VVG – Begriff der Berufsunfähigkeit – abgerufen 24.10.2026
Redaktion BU-Berufsgruppe.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Berufsunfähigkeit und der Absicherung der Arbeitskraft nach Beruf (Berufsgruppen, Klauseln, Beitragsspannen) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler, kein Versicherer; über Leistungen entscheidet allein der jeweilige Versicherer nach seinen Bedingungen. Messwerte: eigene Erhebung über Online-Rechner, unverbindlich. Herausgeber: BU-Berufsgruppe.de. BU-Berufsgruppe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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