Inhalt (10 Abschnitte)
- Dachstuhl, Holzständerwand, Absturzkante: Was prägt die BU beim Zimmerer?
- Dachstuhl auf der Baustelle oder Holzbau in der Halle? Drei Tätigkeitsprofile
- Wie unterscheidet sich die Einstufung vom Dachdecker?
- Was kostet die BU für Zimmerer?
- Warum das Endalter beim Zimmerer mehr zählt als der Tarif
- Klauseln und Fragen vor dem Antrag
- Modellrechnung: Wie viel Rente braucht ein Zimmerer wirklich?
- Gesellenbrief, Meister, eigener Holzbaubetrieb
- So wird die BU für Zimmerer bezahlbar
- Nächste Schritte
- In unserer Erhebung zahlte ein 30-jähriger Zimmerer (Nichtraucher, 1.500 € Rente) zwischen 164,22 € und 271,92 € pro Monat, Median 218,07 € (zwei Tarife mit Endalter 65 bzw. 66); ein dritter Rechner bot nur Endalter 60 an.
- Ein Rechner stufte den Zimmerer leicht unter den Dachdecker ein, die beiden anderen setzten beide Berufe gleich; der günstigste Wert lag beim Zimmerer bei 164,22 €, beim Dachdecker bei 177,71 €.
- Endalter 67 war online nicht wählbar; bei Endalter 60 fehlen bis zur Regelaltersgrenze sieben Jahre Schutz.
- Gerade bei Holzbau in der Werkhalle statt auf dem Dach kann die Tätigkeitsbeschreibung die Berufsgruppe beeinflussen – sie muss aber der Wirklichkeit entsprechen.
- Eine Grundfähigkeitsversicherung kann bei hohem BU-Beitrag eine Teilabsicherung sein, ersetzt die BU aber nicht.
Zimmerer zahlten in unserer Erhebung im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) zwischen 164,22 € und 271,92 € pro Monat für die Berufsunfähigkeitsversicherung, im Median 218,07 € (zwei Tarife, Endalter 65 bzw. 66). Endalter 67 war online nicht wählbar, ein dritter Rechner bot nur Endalter 60. In unserer Näherungsskala steht der Beruf bei Klasse 4–5. Stand: Oktober 2026.
Dachstuhl, Holzständerwand, Absturzkante: Was prägt die BU beim Zimmerer?
Zimmerer bauen Dachstühle, Holzständerwände, Carports, Treppen und zunehmend ganze Gebäude in Holzbauweise. Dazu gehören das Abbinden und Zuschneiden der Hölzer, oft computergesteuert in der Werkhalle, und das Aufrichten auf der Baustelle: Balken und Wandelemente werden mit dem Kran gehoben, aber von Hand ausgerichtet und verbunden. Auf dem Dach arbeitet der Zimmerer in Absturzhöhe, mit Druckluftnaglern, Kettensägen und Handkreissägen, bei Wind und Nässe.
Wie § 172 Abs. 2 VVG es beschreibt, wird im Ernstfall der zuletzt ausgeübte Beruf geprüft, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkung aussah. Ein Zimmerer, der überwiegend in der Werkhalle abbindet, hat einen anderen Alltag als einer, der täglich auf dem Gerüst steht – die Tätigkeitsbeschreibung im Antrag muss das widerspiegeln, ohne etwas schönzureden. Die Berufskrankheitenliste nennt für Maschinenarbeit unter anderem Lärmschwerhörigkeit (Nr. 2301) und Erkrankungen durch Erschütterung bei Druckluftwerkzeugen (Nr. 2103); das ist ein Rechtsbezug der gesetzlichen Unfallversicherung, keine BU-Statistik.
Hinzu kommen Stäube, Dämmstoffe und Holzschutzmittel, die Haut und Atemwege beanspruchen können. Die Berufskrankheitenliste führt dazu allgemein Hauterkrankungen (Nr. 5101) und durch allergisierende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (Nr. 4301) auf, ohne einen Beruf zu nennen. Für Ihren Antrag zählt etwas anderes: Welche dieser Belastungen in Ihrem Alltag tatsächlich vorkommen, und in welchem Anteil.
Dachstuhl auf der Baustelle oder Holzbau in der Halle? Drei Tätigkeitsprofile
| Profil | Typischer Arbeitsort | Belastung | Frage im Antrag |
|---|---|---|---|
| Dachstuhl und Dachsanierung | Baustelle, Gerüst, Dach | Absturzhöhe, Heben, Wetter | Anteil der Arbeit auf Dächern |
| Holzbau und Montage | Baustelle, Kranarbeit | Heben, Zwangshaltung, Montagefahrten | Anteil Montage, Reisetätigkeit |
| Abbund und Vorfertigung | Werkhalle, Maschinen | Lärm, Staub, Maschinenführung | Anteil Büro und Programmierung |
Die Tabelle ist eine Orientierung, kein Einstufungsschema. Sie zeigt, warum zwei Zimmerer mit gleichem Gesellenbrief unterschiedliche Anträge ausfüllen. Entscheidend ist der tatsächliche Schwerpunkt der letzten Jahre – nicht die Berufsbezeichnung auf dem Zeugnis.
Wie unterscheidet sich die Einstufung vom Dachdecker?
Der Zimmerer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A zur Handwerksordnung, Nr. 3). Die Berufsgruppe liegt in unserer Näherung bei 4–5, wie bei Maurer und Dachdecker. In den Rechnern zeigt sich aber ein feiner Unterschied: Einer der drei verlangte für den Zimmerer rund 7,6 % weniger als für den Dachdecker, die beiden anderen behandelten beide Berufe gleich. Deshalb liegt der günstigste Wert beim Zimmerer mit 164,22 € unter dem des Dachdeckers (177,71 €), der höchste ist identisch. Warum ein Anbieter trennt, legt er nicht offen. Als Vermutung bietet sich die Dacharbeit an – belegt ist sie nicht. Wer überwiegend Holzbau am Boden macht, sollte die Frage beim Experten gezielt stellen.
Was kostet die BU für Zimmerer?
| Profil | Günstigster Zahlbeitrag | Median | Höchster Zahlbeitrag | Abgefragte Tarife |
|---|---|---|---|---|
| 30 Jahre, 1.500 € | 164,22 € | 218,07 € | 271,92 € | 2 |
Die Spanne von 164,22 € bis 271,92 € beruht auf nur zwei vergleichbaren Tarifen, die zudem unterschiedlich lange laufen (bis 65 bzw. 66). Der dritte Rechner endete bereits mit 60; die dortigen niedrigeren Werte sind nicht vergleichbar, weil sechs bis sieben Jahre Schutz fehlen. Eine Modellrechnung ohne Beitragsänderung: Der Median von 218,07 € ergibt über 35 Jahre rund 91.600 €. Ein Rechner wies zusätzlich einen Bruttobeitrag aus; er zeigt, wie hoch der Zahlbeitrag steigen darf, wenn die Überschüsse niedriger ausfallen.
Andere Profile haben wir für Zimmerer nicht erhoben. Aus Berufen mit mehreren Profilen lässt sich nur die Richtung ablesen: Wer mit 25 statt 30 Jahren startet, zahlt meist rund 6–10 % weniger. Das ist eine grobe Orientierung, kein Angebot. Mit eigenen Eingaben hilft der Berufsgruppen-Finder; die Rohdaten stehen auf BU-Beiträge nach Beruf. Eine Vermittlerseite nennt für Zimmerer 120–200 € ohne exaktes Profil (transparent-beraten.de, Sekundärquelle) – ein Anhaltspunkt, kein Vergleichswert.
Warum das Endalter beim Zimmerer mehr zählt als der Tarif
Alle drei Rechner kürzen das Endalter. Wer mit 60 aufhört zu versichern, spart Beitrag – und trägt das Risiko für die letzten sieben Jahre bis zur Regelaltersgrenze selbst. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt neben der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus (§ 43 SGB VI) und lag bei neuen Renten 2024 im Schnitt bei 1.041 € pro Monat. Das erklärt, warum Experten für körperlich Tätige gern Alternativen zur Laufzeit prüfen, statt sie hinzunehmen.
Klauseln und Fragen vor dem Antrag
Verzicht auf abstrakte Verweisung: Ein Zimmerer, der nicht mehr aufs Dach steigen kann, aber noch kalkulieren könnte, ist nur dann abgesichert, wenn der Vertrag auf die Verweisung verzichtet (§ 172 Abs. 3 VVG).
Auslandsklauseln: Wer auf Wanderschaft geht oder auf Montage fährt, sollte weltweiten Schutz und Aufenthaltsklauseln im Bedingungswerk prüfen.
Rücken, Schulter, Knie: Hier sind Ausschlüsse im Handwerk häufig; wie Zuschläge und Ausschlüsse zustande kommen, erklärt die anonyme Risikovoranfrage.
Modellrechnung: Wie viel Rente braucht ein Zimmerer wirklich?
Angenommen, ein Zimmerer erzielt 2.400 € netto im Monat (Modellannahme, keine Statistik). Eine BU-Rente von 1.500 € entspricht dann gut 60 % seines Einkommens; die durchschnittliche neue Erwerbsminderungsrente von 1.041 € (2024) kommt nur dazu, wenn er die Voraussetzungen erfüllt und der Rentenversicherungsträger volle Erwerbsminderung feststellt. Für Miete, Kredit oder Familie ist das oft knapp. Das Beispiel zeigt, warum Experten die Rentenhöhe nicht an Beitrag allein festmachen, sondern an Fixkosten, Familie und Absicherung des Partners. Mit dem Berufs-Check erhalten Sie dazu eine erste Einordnung ohne Gesundheitsfragen.
Gesellenbrief, Meister, eigener Holzbaubetrieb
Vom Gesellen führt der Weg zum Vorarbeiter, Meister oder Techniker im Holzbau, mancher gründet einen Betrieb. Mit Meisterbrief und Personalverantwortung verschiebt sich der Anteil von Büro und Planung – ein möglicher Hebel für die Berufsgruppe, kein Automatismus. Wer selbstständig wird, braucht zusätzlich die Umorganisationsklausel. Nutzen Sie Karriereschritte, Heirat, Kind oder Hauskauf als Anlass, Nachversicherungsgarantien zu prüfen. Mehr zu den Hebeln: Büroanteil, Führungsverantwortung, Meister.
So wird die BU für Zimmerer bezahlbar
Zuerst vergleicht der Experte die Einstufungen und sucht gezielt Tarife mit passendem Endalter; Rentenhöhe und Nachversicherung steuern den Einstieg. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet bei Verlust bestimmter Fähigkeiten und ergänzt die BU als zweite Säule. Bei Arbeitsunfällen greift zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung ab 20 % Minderung der Erwerbsfähigkeit (§ 56 SGB VII). Einen Überblick bündelt BU bei körperlicher Arbeit.
Nächste Schritte
Als Zimmerer sichern Sie Ihr Einkommen möglichst früh ab: Der Berufs-Check zeigt in 60 Sekunden, welche BU zu Ihrem Beruf passt – kostenlos. Vergleichen Sie Zimmerer, Dachdecker und Maurer im Handwerk-Überblick.
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Mein Berufsgruppen-Kompass (PDF)Häufige Fragen
Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Zimmerer?
Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) lagen die Zahlbeiträge für Zimmerer bei 164,22 € bis 271,92 € pro Monat, Median 218,07 € (zwei Tarife, Endalter 65 bzw. 66; ein dritter Rechner bot nur Endalter 60). Eigene Erhebung, Abruf 24./25.10.2026, Zahlbeiträge netto, unverbindlich.
Ist ein Zimmermann günstiger zu versichern als ein Dachdecker?
Nur geringfügig und nicht überall: Bei einem der drei Rechner lag der Zimmerer rund 7,6 % unter dem Dachdecker, bei den beiden anderen waren beide Berufe gleich eingestuft. Im Median ergab sich 218,07 € für den Zimmerer gegenüber 224,81 € für den Dachdecker.
Gibt es für Zimmerer eine BU bis 67?
In den drei abgefragten Online-Rechnern nicht: Je nach Rechner waren höchstens Endalter 60, 65 oder 66 wählbar. Einzelanfragen oder Spezialtarife über einen Experten können abweichen.
Bekomme ich als Zimmerer überhaupt eine BU?
Nach Auskunft der Vermittlerliteratur ist die Annahme für Bauhandwerker meist möglich, Rücken- und Gelenkausschlüsse kommen häufig vor (transparent-beraten.de, Sekundärquelle). Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt vorab, was bei Ihnen möglich ist.
Was ist, wenn ich auf Wanderschaft gehe?
Klären Sie vor der Walz, ob Ihr Vertrag weltweiten Schutz bietet und ob Wohnsitz- oder Auslandsklauseln eine Rolle spielen. Das steht in den Bedingungen und wird nicht pauschal beantwortet.
Quellen
- Allianz: Berufsgruppen in der Berufsunfähigkeitsversicherung – abgerufen 24.10.2026
- Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke) – abgerufen 25.10.2026
- Berufskrankheiten-Verordnung, Anlage 1 – abgerufen 25.10.2026
- transparent-beraten.de: BU für Handwerker – Vermittler, Sekundärquelle, abgerufen 24.10.2026
- § 172 VVG – Begriff der Berufsunfähigkeit – abgerufen 24.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Berufsunfähigkeit und der Absicherung der Arbeitskraft nach Beruf (Berufsgruppen, Klauseln, Beitragsspannen) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler, kein Versicherer; über Leistungen entscheidet allein der jeweilige Versicherer nach seinen Bedingungen. Messwerte: eigene Erhebung über Online-Rechner, unverbindlich. Herausgeber: BU-Berufsgruppe.de. BU-Berufsgruppe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.