Handwerk

Berufsunfähigkeitsversicherung Tischler und Schreiner: Beitrag 135–187 €

Tischler und Schreiner sind in den Rechnern ein und derselbe Beruf – und dennoch lag der höchste abgefragte Zahlbeitrag 38 % über dem günstigsten. Hier steht, was dahintersteckt und worauf Sie in der Werkstatt achten sollten – denn Holzstaub, Maschinen und Rücken sprechen für eine frühe BU.

Redaktion BU-Berufsgruppe.de Aktualisiert am 25. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Hobel, Fräse, Kantenschleifer: Was prägt die BU in der Tischlerwerkstatt?
  2. Wie wird der Tischler eingestuft?
  3. Was kostet die BU für Tischler?
  4. Möbeltischler, Bautischler, Montage: Warum die Berufsangabe nicht egal ist
  5. Welche Klauseln zählen beim Tischler?
  6. Vom Gesellen zum Tischlermeister: Nachversicherung und Wechsel
  7. So wird die BU für Tischler und Schreiner bezahlbar
  8. Nächste Schritte
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) zahlte ein Tischler zwischen 134,78 € und 186,62 € pro Monat; der Median der vier abgefragten Tarife lag bei 152,57 €.
  • Alle drei abgefragten Rechner boten Endalter 66 oder 67 an – anders als bei Maurer und Dachdecker sind die Werte damit direkt vergleichbar.
  • Der günstigste Wert des Tischlers entsprach dem des Anlagenmechanikers SHK (134,78 €), der Median lag mit 152,57 € aber spürbar über dessen 138,99 €.
  • Die Berufskrankheitenliste kennt Adenokarzinome durch Eichen- und Buchenholzstaub (Nr. 4203), allergisierende Stoffe (Nr. 4301) und Lärm (Nr. 2301) als Rechtsbezug.
  • Meister, Werkstattleiter oder eigener Betrieb verändern die Tätigkeit; Selbstständige brauchen die Umorganisationsklausel.

Tischler und Schreiner zahlten für die Berufsunfähigkeitsversicherung im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) zwischen 134,78 € und 186,62 € pro Monat – bei Endalter 66 oder 67. Der Median der vier abgefragten Tarife lag bei 152,57 €. Unsere Näherungsskala ordnet den Beruf bei Klasse 3–4 ein. Stand: Oktober 2026.

Hobel, Fräse, Kantenschleifer: Was prägt die BU in der Tischlerwerkstatt?

Tischler und Schreiner fertigen Möbel, Fenster, Türen, Treppen und Innenausbauten, montieren sie beim Kunden und arbeiten zunehmend mit computergesteuerten Maschinen. Der Alltag besteht aus Sägen, Fräsen, Hobeln, Schleifen und Verleimen, aus dem Tragen von Platten und Elementen und aus Montage in fremden Häusern: Küchen einbauen, Treppen setzen, Fenster ausrichten. Dazu kommen Holzstaub, Lärm, Lacke und Beizen. Wer in einer Werkstatt arbeitet, steht den größten Teil des Tages; wer auf Montage fährt, trägt und kniet häufiger.

Das Tischlerhandwerk ist zulassungspflichtig (Handwerksordnung, Anlage A, Nr. 27). Im Leistungsfall zählt nach § 172 Abs. 2 VVG der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war – bei einem Tischler ein Mix aus Maschinenarbeit, Handarbeit und Montage. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung verhindert, dass der Versicherer auf einen überwiegend sitzenden Beruf wie Verkäufer im Möbelhaus oder Planer verweist (§ 172 Abs. 3 VVG).

Die Berufskrankheiten-Verordnung nennt für Holz- und Metallbetriebe mehrere einschlägige Tatbestände: Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen durch Stäube von Eichen- oder Buchenholz (Nr. 4203), durch allergisierende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (Nr. 4301), Lärmschwerhörigkeit (Nr. 2301) und Polyneuropathie durch organische Lösungsmittel (Nr. 1317). Das ist ein Rechtsbezug zur gesetzlichen Unfallversicherung, keine Aussage zu BU-Ursachen im Tischlerberuf. Eine Ursachenstatistik je Beruf liegt nicht vor.

Wie wird der Tischler eingestuft?

Unsere Näherungsskala von 1 bis 5 setzt den Tischler bei 3–4, eine Stufe unter Maurer und Dachdecker. Die Rechner bilden das unterschiedlich ab: Der günstigste Zahlbeitrag des Tischlers (134,78 €) taucht in unserer Erhebung auch bei Kfz-Mechatronikern, Friseuren, Konditoren und Anlagenmechanikern auf – manche Rechner fassen offenbar ganze Handwerksgruppen in einer Preisstufe zusammen. Ein anderer Rechner führt den Beruf gemeinsam mit dem Glaser unter einer Bezeichnung und ordnet ihn deutlich höher ein. Das zeigt: Der Preis folgt der Risikoklasse des jeweiligen Anbieters, nicht der Beschäftigung allein. Die Seite zum Glaser erklärt, wie eine solche gemeinsame Berufsbezeichnung zustande kommt.

Was kostet die BU für Tischler?

Tischler und Schreiner: BU-Zahlbeitrag pro Monat nach Profil, jeweils Nichtraucher, monatliche Zahlung, ohne Dynamik. Eigene Erhebung über die Online-Rechner dreier Anbieter (Allianz, CosmosDirekt, LV 1871; Werte nicht namentlich zugeordnet), Abruf 24./25.10.2026; Zahlbeiträge netto, unverbindlich, kein Angebot und keine Bewertung. Median über die abgefragten Tarife. Endalter 67, bei einem Anbieter online nur 66. Stand: Oktober 2026.
ProfilGünstigster ZahlbeitragMedianHöchster ZahlbeitragAbgefragte Tarife
30 Jahre, 1.500 €134,78 €152,57 €186,62 €4

Die Spanne beträgt 134,78 € bis 186,62 €, der Median 152,57 €. Ein Rechner wies zusätzlich einen Bruttobeitrag aus; der Zahlbeitrag ist nicht festgeschrieben und kann sich ändern. Anders als bei Maurer, Dachdecker oder Fliesenleger boten alle drei Rechner Endalter 66 oder 67 an; die Zahlen sind damit direkt vergleichbar. Das ist eine Besonderheit der Ausbaugewerke und ein Argument dafür, sie nicht mit den Rohbauberufen in einen Topf zu werfen. Eine Vermittlerseite nennt für Tischler 100–160 € (transparent-beraten.de, Sekundärquelle) – unsere Messwerte liegen im oberen Bereich dieser Spanne.

Wir haben für Tischler nur das Standardprofil gemessen. Aus den Berufen, für die wir mehrere Profile erhoben haben, lässt sich die Richtung ablesen: 25 statt 30 Jahre senken den Beitrag meist um rund 6–10 %, 40 Jahre erhöhen ihn um rund 15–25 %, und die Rentenhöhe wirkt fast linear – 1.000 € statt 1.500 € kosten etwa ein Drittel weniger. Das ist eine grobe Orientierung, kein Angebot. Eigene Eingaben im Berufsgruppen-Finder; Einzelwerte auf BU-Beiträge nach Beruf.

Möbeltischler, Bautischler, Montage: Warum die Berufsangabe nicht egal ist

Die Rechner fragen meist nur „Tischler/in“; im Antrag wird nach Tätigkeitsanteilen gefragt. Ein Möbeltischler in der Werkstatt hat einen anderen Alltag als ein Bautischler, der Fenster und Türen auf Baustellen montiert, und ein CNC-Bediener in einer Fertigung einen anderen als ein Restaurator. Für die Berufsgruppe können Anteile von Montage, Büro und Planung eine Rolle spielen. Geben Sie die Tätigkeit so an, wie sie in den letzten Jahren tatsächlich war – nicht die Variante, die den Preis drückt. Der Tätigkeitsangaben-Check führt durch die Fragen.

Welche Klauseln zählen beim Tischler?

Verzicht auf abstrakte Verweisung: Für Tischler wichtig, weil der Wechsel in Verkauf, Planung oder Arbeitsvorbereitung naheliegt.

Staub, Atemwege, Haut: Beschwerden in diesen Bereichen führen in der Risikoprüfung zu Rückfragen. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen Experten zeigt vorab, wie Anbieter sie bewerten.

Selbstständige Werkstatt: Wer als Meister einen kleinen Betrieb führt, braucht die Umorganisationsklausel; wie sie bei kleinen Betrieben bewertet wird, behandelt Umorganisationsklausel im Handwerksbetrieb.

Vom Gesellen zum Tischlermeister: Nachversicherung und Wechsel

Der übliche Weg: Geselle, Vorarbeiter, Meister, Holztechniker oder Betriebsleiter in einer Möbelfertigung, schließlich die eigene Werkstatt. Mit jedem Schritt verlagern sich Anteile von der Maschine zu Planung, Kalkulation und Kundenkontakt. Ob die Berufsgruppe im bestehenden Vertrag wechselt, regeln die Bedingungen; ein Anspruch besteht nicht automatisch. Heirat, Geburt eines Kindes oder der Kauf einer Immobilie sind in vielen Verträgen Anlass für eine Erhöhung ohne neue Gesundheitsfragen. Auch in der Ausbildung ist ein Einstieg möglich – je jünger, desto einfacher und günstiger. Zur Wirkung von Meisterbrief und Büroanteil: Büroanteil, Führungsverantwortung, Meister.

So wird die BU für Tischler und Schreiner bezahlbar

Zuerst vergleicht der Experte Anbieter und Rentenhöhe, plant die Nachversicherung ein und ergänzt die BU bei Bedarf um eine Grundfähigkeitsversicherung, die bei Verlust von Fähigkeiten wie Greifen, Heben oder Hören leistet. Die staatliche Erwerbsminderungsrente erreichte 2024 bei Neuzugängen im Schnitt 1.041 € und setzt neben der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren in der Regel drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus (§ 43 SGB VI). Überblick: BU bei körperlicher Arbeit.

Nächste Schritte

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Häufige Fragen

Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Tischler?

Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente) lagen die Zahlbeiträge zwischen 134,78 € und 186,62 €, Median 152,57 € (vier abgefragte Tarife, Endalter 66/67). Eigene Erhebung über drei Online-Rechner, Abruf 24./25.10.2026; Zahlbeiträge netto, unverbindlich.

Ist ein Schreiner anders eingestuft als ein Tischler?

Die Anbieter führen Tischler und Schreiner als denselben Beruf, regional unterschiedlich benannt. Die Berufsbezeichnung im Antrag sollte den Alltag treffen, etwa Möbeltischler, Bautischler oder Montage.

Welche Berufsgruppe hat ein Tischler?

In unserer Näherungsskala 3–4. Ein Rechner fasst „Tischler und Glaser“ zu einer Bezeichnung zusammen. Jeder Versicherer stuft selbst, derselbe Beruf kann um zwei bis drei Klassen abweichen.

Ist Holzstaub ein BU-Problem?

Die Berufskrankheitenliste nennt Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen durch Eichen- oder Buchenholzstaub (Nr. 4203) und obstruktive Atemwegserkrankungen durch allergisierende Stoffe (Nr. 4301). Das ist ein Rechtsbezug der Unfallversicherung; für die BU entscheiden Vertrag und Gesundheitsangaben.

Brauche ich als Tischlermeister mit eigener Werkstatt eine andere BU?

Oft zusätzlich die Umorganisationsklausel. Bei kleinen Betrieben wird sie von Versicherern unterschiedlich bewertet; ein Experte prüft die Klausel für Ihren Betrieb.

Quellen

  1. Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke) – abgerufen 25.10.2026
  2. Berufskrankheiten-Verordnung, Anlage 1 (Liste der Berufskrankheiten) – abgerufen 25.10.2026
  3. transparent-beraten.de: BU für Handwerker – Vermittler, Sekundärquelle, abgerufen 24.10.2026
  4. § 172 VVG – Begriff der Berufsunfähigkeit – abgerufen 24.10.2026
Redaktion BU-Berufsgruppe.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Berufsunfähigkeit und der Absicherung der Arbeitskraft nach Beruf (Berufsgruppen, Klauseln, Beitragsspannen) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler, kein Versicherer; über Leistungen entscheidet allein der jeweilige Versicherer nach seinen Bedingungen. Messwerte: eigene Erhebung über Online-Rechner, unverbindlich. Herausgeber: BU-Berufsgruppe.de. BU-Berufsgruppe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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